Göttenbachtag- das jüdische Worms

Göttenbachtag- das jüdische Worms

Einen interessanten Tag verbrachten die drei achten Klassen am Göttenbachtag im September in Worms:

Treffpunkt zu unserer Führung war die Synagoge, die mitten im jüdischen Viertel liegt und schon 1034 erbaut wurde. Trotz zweimaliger Zerstörung wurde sie 1961 wieder aufgebaut und eingeweiht, so dass hier wieder regelmäßig Gottesdienste stattfinden können. Wir lernten im Inneren der Synagoge viel über jüdisches Leben und jüdischen Gottesdienst; beeindruckend waren auch die Gedenktafeln in der ehemaligen Frauensynagoge, auf denen die Namen aller während der Nazizeit getöteten jüdischen Wormser Bürger vermerkt waren.

Eine Ausstellung machte uns mit Schicksalen einzelner jüdischer Bürger bekannt.

Im Raschihaus lernten wir eine Jeshiwa, eine jüdische Tora-Talmud-Schule kennen, an der der berühmte Rabbi Salomon ben Isaak, genannt Raschi, im 11. Jahrhundert gelehrt hat.

Ganz in der Nähe befindet sich auch das Mikwebad, ein rituelles Reinigungsbad, in das man derzeit wegen Renovierungsarbeiten nicht hinuntersteigen kann.

Wieder in der Judengasse angelangt, machten uns die „Stolpersteine“ betroffen, die vor den Häusern der Juden angelegt sind, die in der NS-Zeit verschleppt und getötet wurden, darunter auch ein erst dreijähriges Kind.

Höhepunkt war dann der Heilige Sand, der jüdische Friedhof. Dieser ist der älteste erhaltene Friedhof in Europa. Aus dem 11. Jh. stammt der älteste erhaltene Grabstein; viele bekannte Rabbiner liegen dort begraben. Wir trafen dort eine jüdische Besuchergruppe aus Argentinien sowie zwei junge orthodoxe Juden aus Israel, die vom Frankfurter Flughafen direkt nach Worms gefahren sind um den Heiligen Sand zu besuchen.

Nach etwa zwei Stunden war die Führung auch schon zu Ende und wir verbrachten die Mittagszeit in der Stadt Worms bevor es dann am frühen Nachmittag mit dem Bus wieder Richtung Idar-Oberstein ging.

 

(Stefanie Eckes-Steuckart)

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