„Multitasking beim Lesen“ – Umfrage des Deutsch gk13

Ist Multitasking beim Lesen möglich? Wie stark beeinflussen soziale Medien unser Textverständnis? Um diese Fragen zu beantworten, starteten wir, der Deutsch-Grundkurs der MSS 13 unter der Leitung von Frau Hauck, eine empirische Studie. Unsere Probanden waren Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen des Göttenbach-Gymnasiums. Ziel war es, herauszufinden, ob Multitasking beim Lesen möglich ist bzw. ob eine aktive Nutzung des Smartphones beim Lesen Auswirkungen auf das Leseverständnis von Kindern hat. Schließlich gehören regelmäßige Unterbrechungen des Smartphones beispielsweise bei den Hausaufgaben zum Alltag. Da die Handynutzung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zunimmt, war diese Zielgruppe für uns von besonderem Interesse. Getestet werden sollte, inwiefern die Handynutzung den Lernprozess bei Kindern beeinflusst oder wie leicht sich diese durch einen Chatverlauf ablenken lassen. Weitere Anregungen zu diesem Thema waren verschiedene Sachtexte und Studien zum Thema „Medien“, darunter vor allem die „BLIKK-Medien-Studie“ aus dem Jahr 2017. Ergebnisse dieser zeigen, dass hoher Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen zu erheblichen Entwicklungsstörungen führen kann. Dazu zählen in Bezug auf 8- bis 13-Jährige Konzentrationsschwächen, motorische Hyperaktivität, Sprachentwicklungsstörungen und Aufmerksamkeitsstörungen. Aus diesen Auffälligkeiten lässt sich schließen, dass Medien einen starken Einfluss auf Kinder und Jugendliche, vor allem in Bezug auf das Lernen haben, weshalb ein richtiger Umgang mit diesen von hoher Bedeutung ist.

Zunächst überlegten wir, welchen Einflussfaktor wir untersuchen wollten und wie wir diesen am besten testen könnten. Um ein alltägliches Phänomen abzubilden, entschieden wir uns dafür, die aktive Nutzung des Smartphones parallel beim Lesen eines gedruckten Textes zu untersuchen. Hierzu haben wir einen Lesetext für die fünfte Klassenstufe herausgesucht sowie Fragen zum Textverständnis erarbeitet. Im Laufe der Testung mussten unsere Probanden erst den Text lesen und aus dem Gedächtnis im Nachhinein die Fragen – ohne Vorliegen der Textgrundlage – beantworten. Zuvor teilten wir die Klassen in zwei Gruppen auf: Eine der Gruppen durfte sich nur mit dem Text beschäftigen, die andere Gruppe sollte nebenbei einen Chatverlauf, welchen wir selbst verfasst hatten, verfolgen und auf die Fragen im Chat auf einer Papiervorlage reagieren. Mithilfe des Chatverlaufs konnte eine Störung im Lesefluss erzeugt werden, wie sie im Alltag durch das Smartphone verursacht wird.

Nach Beendigung unseres Testdurchlaufs werteten wir die Antworten aus und kamen zu folgenden Ergebnissen:

Im Schnitt hatten die Kinder ohne Ablenkung 5,60 Antworten der 8 Fragen richtig, wohingegen nur 4,46 Antworten richtig gelöst wurden, wenn sie durch einen Chatverlauf beim Lesen unterbrochen wurden.

Die Ergebnisse spiegeln unsere Erwartungen wider. Durch die Veröffentlichung unserer Ergebnisse erhoffen wir uns, dass wir insbesondere Kinder und Jugendliche für das Thema sensibilisieren und die Störquelle Smartphone von den Schreibtischen der Schülerinnen und Schüler verbannen. Auch die Eltern möchten wir darauf aufmerksam machen, dass ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit dem Smartphone die schulischen Leistungen des Kindes verbessern kann und eine effektive Erledigung der Hausaufgaben Zeit für Freizeitaktivitäten schafft.

[S. Hauck]

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