Lehrreiches Rollenspiel im Mainzer Landtag

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Lehrreiches Rollenspiel im Mainzer Landtag

2014-01-landtag

Am 29.1.2014 unternahmen wir, die 10. Klassen des Göttenbach-Gymnasiums, eine Exkursion nach Mainz in den Landtag, begleitet von unseren Lehrern, Herrn Guth und Herrn Braun. Im Landtag angekommen besichtigten wir zunächst eine Ausstellung im Foyer zur Flucht von deutschen Juden vor den Nazis. Dann lotsten uns die Studenten der Universität Mainz in den Plenarsaal des Landtages, um dort mit uns ein Rollenspiel durchzuführen. Dabei übernahm jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler die Rolle einer bzw. eines Abgeordneten des Landtags – wir konnten sogar in den Originalsesseln Platz nehmen… Wir debattierten über das Thema Wahlrecht ab 16. Dazu teilten uns die Geschichts- und Politikstudentinnen und -studenten in drei Fraktionen ein; die blaue – zahlenmäßig größte! – Fraktion bildete die Opposition, die lila und orange zusammen die Regierung. Diese hatte natürlich die Mehrheit im Parlament…

Wir wählten zunächst den Landtagspräsidenten aus unserer Mitte; nachdem dieser zwei Schriftführer bestimmt hatte, konnten wir zur Wahl des Ministerpräsidenten schreiten. Kein Wunder, dass er mit der Mehrheit der Koalition gewählt wurde!

Klar waren auch die kontroversen Positionen: Die Opposition lehnte den Vorschlag der Regierung, das Wahlrecht ab 16 Jahren einzuführen, ab. Doch noch vor der Debatte hatte jede Fraktion eine Stunde Zeit, eine Fraktionssitzung abzuhalten, bei der wir zunächst Personalentscheidungen trafen und dann das Thema inhaltlich be- und unsere Anträge ausarbeiteten. Wir sammelten jede Menge gute Argumente, um sie dann in der Debatte vorzubringen.  Schon klingelte es zur Plenarsitzung – wie im richtigen Landtag vom Landtagspräsidenten geleitet und von den Schriftführern dokumentiert -, bei der wir sehr lebhaft debattierten und argumentierten.

Anfangs vertrat jede Fraktion ihre Meinung zum Thema in einer Einstiegsrede der Fraktionsvorsitzenden. Bei der anschließenden Aussprache konnte jeder von uns „Abgeordneten“ mitreden und sich frei äußern. Dann unterbrach der Landtagspräsident die Plenarsitzung für zehn Minuten, damit die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden sich absprechen und versuchen konnten, einen Kompromiss zu finden. Dennoch kam es in der anschließenden Lesung des Gesetzentwurfes, in die auch die Minister eingriffen, nicht zu einem gemeinsamen Standpunkt von Regierung und Opposition. Folglich rief der Landtagspräsident zur Abstimmung über die Vorlagen von Regierung und Opposition – der Vorschlag der Mehrheitsfraktionen, das Wahlrecht ab 16 sobald wie möglich einzuführen, wurde unter „Protest der Opposition“ angenommen…

Zum Abschluss ließen wir die Ereignisse des langen Vormittages mit den Vertretern des richtigen Landtages Revue passieren; sie erklärten uns dabei auch, dass unser Rollenspiel dem richtigen Ablauf einer Sitzung des Landtags sehr nahe kam – außer dass zwischen den einzelnen Debatten Tage oder Wochen vergehen. Eine Mittagspause in der Stadt rundete den Ausflug für uns ab.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Tag, der auch sehr lehrreich für uns Schülerinnen und Schüler war.

Anna Geiß, 10b

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